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Vom Palacio Real zur Puerta del Sol
Madrid - Rundgänge durch die Stadt

 
 
 

Ausgangspunkt dieses Rundgangs durch Madrid ist der Palacio Real (15). Über dem ehemaligen Alcázar der österreichischen Habsburger erbaut, der 1734 durch einen Brand verwüstet wurde, vereint dieses riesige Königsschloss seinen barocken Baustil mit der traditionellen Architektur der königlichen Residenzen Spaniens. Das Treppenhaus, der Thronsaal, der Säulensaal, die Königliche Kapelle, die Wandteppiche und die Gemälde von Mengs, Goya und Lucas Jordán werden im Außenbereich vollendet ergänzt durch den Besuch der Sabatini- ärten, des Parks Campo del Moro sowie der Plaza de la Armería, dem Parade- und Aufmarschplatz, oder auch durch das Schauspiel der königlichen Wachablösung am Haupteingang des Palastes. Das Schloss wurde von den Architekten Filippo Juvara, Juan Bautista Sacchetti und Francisco Sabatini für Philipp V. und Ferdinand VI. entworfen, doch kamen diese Monarchen nie dazu, es auch zu bewohnen. Dagegen regierten von dieser Königsresidenz aus nachfolgende gekrönte Häupter wie Karl III., Karl IV., Ferdinand VII., Isabella II., Alfons XII. und Alfons XIII. Um zwischen der königlichen Residenz und dem manchmal übermäßigen Volksgedränge eine gewisse Distanz zu schaffen, gab José I. Bonaparte, der unbeliebte Bruder Napoleons, das Projekt der Plaza de Oriente (16) in Auftrag. Nach Skizzierungen von Velázquez, der vor dem Umbau an diesem Platz wohnte, wurde das äußere Erscheinungsbild des Reiterstandbilds Philipps IV. entworfen, das den Komplex beherrscht; an seiner Ausführung half sogar Galileo Galilei mit, der das Gleichgewichtsproblem des auf den Hinterbeinen hoch aufgerichteten Pferdes schon erforscht hatte.

Dem Schloss gegenüber erhebt sich auf der anderen Seite des Platzes das Teatro Real (17), das 1997 einer aufwendigen Restauration zufolge als Opernhaus wieder erstanden ist und heute eine ähnlich glanzvolle Opernatmosphäre ausstrahlt wie im 19. Jahrhundert zu Zeiten Isabellas II. An der Nordseite des Platzes befindet sich der Konvent Real Monasterio de la Encarnación (18) als religiöses Komplement zum Königspalast. Die Reliquienkapelle, wo eine Phiole das eingetrocknete Blut des heiligen Pantaleón enthalten soll und sich jeden 27. Juli das ‘Wunder’ der Blut- Verflüssigung erneut vollzieht, ist sicherlich der meistbesuchte Raum. Von unschätzbarem Wert sind jedoch Eingang, Königssaal und Kreuzgang, ganz abgesehen von den Gemäldesammlungen – darunter Werke von Ribera, Carreño Miranda und Antonio Pereda – und den Kunstwerken der Bildhauer – wie der ‘Liegende Christus’ oder ‘Christus an der Geißelsäule’ von Gregorio Fernández.

Hinter diesem Kloster findet sich, an der Stelle eines alten Augustinerkonvents errichtet, der Senado (19) oder Obere Kammer des spanischen Parlaments. Besondere Erwähnung verdienen im Senatsgebäude der Sitzungssaal und die Bibliothek. Der alte Palacio del Marqués de Grimaldi (20) links vom Senat, ein Werk von Sabatini, beherbergt heute das ‘Zentrum für politische und konstitutionelle Studien’. Über die Calle Torija, wo sich der Convento de las Reparadoras (21) befindet – ein Bauwerk aus dem Jahr 1782, von Ventura Rodríguez entworfen und als Gerichtssitz der Heiligen Inquisition vorgesehen – geht man hinab bis zur Plaza de Isabel II (22) und stößt hier auf eine neue Fassade des Königlichen Theaters (Opernhaus). Schon bald erreicht man das Monasterio de las Descalzas Reales (23), das Kloster der Königlichen Barfüßerinnen - wiederum eine Kostbarkeit unter den Sakralbauten der spanischen Monarchen.

 
Dieser Konvent entstand im 16. Jh. und stellt so etwas wie eine kleine “Chronik Europas” unter der Herrschaft der “Österreicher” dar; die um den Kreuzgang gereihten Kapellen,  der spektakuläre Königliche Treppenaufgang, der Balkon, von dem die Familie Philipps IV. “herabschaut” oder auch der Gobelinsaal sind Ausdruck jener exquisiten Atmosphäre der Besinnlichkeit, die Tomás Luis de Victoria als Maestro der königlichen Kapelle dazu inspirierte, einige seiner feierlichsten Musikstücke zu komponieren.

Über die Calle Arenal hinweg führt der Spaziergang zu der beliebten Iglesia de San Ginés (24), die in der Folge des 17. und 19. Jh. über einem mittelalterlichen Gotteshaus rekonstruiert wurde und zweimal einem Brand zum Opfer fiel.
 

Diese Kirche birgt ein herrliches Gemälde von El Greco, und die benachbarte Pasaje de San Ginés ist mit ihrer chocolatería, die dickflüsige heiße Schokolade serviert, und ihren alten Buchläden traditioneller Treffpunkt im romantischen Madrid. Der letzte Abschnitt der Calle Arenal mündet direkt ins pulsierende Herz von Madrid auf Kilometer Null der von hier radial auslaufenden spanischen Überlandstraßen: die Puerta del Sol (25). Ein modernes Reiterstandbild Karls III. steht der ehemaligen Casa de Correos (Postamt) gegenüber - heute Amtssitz der Regionalregierung von Madrid und Protagonist so mancher Episoden aus der jüngsten Stadtgeschichte.

 

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