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Von der Plaza Mayor zur Kathedrale La Almudena
Madrid - Rundgänge durch die Stadt

 
 
 

Als weltlicher Marktplatz und Bühne des Lebens von Madrid, wo außergewöhnliche Ereignisse stattgefunden haben wie Ketzergerichte (Autodafés), Stierkämpfe, öffentliches Ausrufen und Volksfeste, empfiehlt sich die Plaza Mayor (1) als Treff- und Ausgangspunkt jedes beliebigen Rundganges durch die Hauptstadt. “Patio de las Españas” nannte sie, auf alle spanischen Territorien diesseits und jenseits des Atlantiks anspielend, der Schriftsteller Gómez de la Serna, und Alexandre Dumas der Ältere behauptete von ihr, sie besitze “das schönste und bestgemalte Gewölbe” von allen ihm bekannten Theatern der Welt - nämlich den Himmel von Madrid. Die Plaza Mayor wurde 1620 eingeweiht und bildet seither das wesentliche Wahrzeichen des Madrid der Habsburger schlechthin, auch “Madrid der Österreicher” genannt, wobei die allegorischen Fresken an der Casa de la Panadería, dem einstigen städtischen Brothaus, und das Reiterstandbild Philipps III. sich als besondere Aspekte hervorheben.

Neun monumentale Torbogendurchgänge bieten Einlass zu diesem von Arkaden umsäumten Hauptplatz, unter denen sich kleine Geschäfte und die einladenden Straßentischchen der Weinschenken und Restaurants reihen und wo die Straßenmaler nach wie vor Ton angebend sind im Madrid des leichtlebigen Künstlermilieus, geprägt vom Geist der alten Bohème, so wie Benito Pérez Galdós es geschildert hat. Über die Calle de Ciudad Rodrigo erreicht man den stilvollen Markt Mercado de San Miguel (2) und die Cava de San Miguel abwärtsgehend befindet sich der Besucher schon im Arco de Cuchilleros (3), dem Bogen der Messerschmiede, von dessen hohen Treppen aus die kleine Kanzel und die Cuevas de Luis Candelas (eines Banditen aus dem 19. Jh.) Einblick verleihen in das romantische Madrid des 18. und 19. Jahrhunderts, wo einst Könige, schmucke Burschen aus dem Volke und Straßenräuber einander begegneten.

Das nächste Besichtigungsziel ist der Stadtbezirk Puerta Cerrada. Hier endete an einer alten Schlucht, über der heute die Calle de Segovia angelegt ist, das mittelalterliche Madrid. Über die Calle de San Justo gelangt man zur originell gewölbten Fassade der Basílica de San Miguel (4). Die Calle de Puñonrostro führt zur Plaza Conde Miranda, wo sich das Klausurkloster Convento de las Jerónimas del Corpus Christi (5) erhebt, eher unter dem Namen “Las Carboneras” bekannt. In seiner Hauptkapelle ist ein prächtiges Abendmahl von Vicente Carducho zu bestaunen und durch das kleine Drehfenster des Nonnenklosters kann man köstliche Süßigkeiten erstehen. Von hier aus öffnet sich die Krümmung der Calle del Codo (“Ellbogenstraße) zu der anderen viel kleineren “Plaza Mayor” von Madrid, der stimmungsvollen Plaza de la Villa (6). Von der Platzmitte aus leitet Don Álvaro de Bazán, Großadmiral Phipps II., noch immer das öffentliche Leben der Hauptstadt. Im Stadtpalast Torre de los Lujanes (7), dem ältesten Profanbau der Stadt und seltenen Vertreter der Mudéjar-Kunst des 15. Jh. in Madrid, lebte der französische König Franz I. – von Kaiser Karl V. in der Schlacht von Pavía besiegt - in Gefangenschaft; der Trakt, wo einst die städtische Bibliothek für Tagespresse untergebracht war, beherbergt heute die Akademie für Politische Wissenschaften und Ethik. Eine schmale Überführung verbindet die Casa de Cisneros (8) mit der Casa de la Villa (9), dem Rathaus, die den Platz umrahmen.

 
Die Calle Mayor weiter abwärts erhebt sich auf der rechten Seite der Palacio de Abrantes (10) aus dem 17. Jahrhundert, Sitz des italienischen Kulturinstituts, das früher einmal italienische Botschaft und während des Bürgerkrieges das Quartier der italienischen Bataillons bei den internationalen Brigaden war. Diesem Palast gegenüber steht der Palacio de los Duques de Uceda oder Palacio de los Consejos (11), heute Sitz des Generalkapitanats von Madrid; dieses Gebäude wurde von einem Günstling Philipps III., Cristóbal Gómez de Sandoval, Sohn des Herzogs von Lerma, errichtet und durch das Kloster Convento del Santísimo Sacramento (12) erweitert in der Absicht, hier einen Baukomplex entstehen zu lassen, der mit dem aus Alcázar und Kloster Convento de la Encarnación de los Reyes gebildeten Ensemble rivalisieren sollte. Der Kirche gegenüber erinnert ein Mahnmal an die Opfer des Attentats auf König Alfons XIII. am 31.
 

Mai 1906 an eben dieser Stelle. Jenseits der Calle de Bailén blickt Madrid vom Parque del Emir Mohamed I (13) schon fast auf den Manzanares. In diesem hübschen Park finden sich noch Überreste der maurischen Stadtmauer Muralla Árabe von Maherit, nämlich der Stadt, die der 5. Emir der Omaijaden-Dynastie von Córdoba gründete. Im Sommer dient dieser Park heute Veranstaltungen im Freien. Gleich dem Park gegenüber befindet sich der Eingang zur neogotischen Krypta der Catedral de la Almudena (14), die einem Entwurf des Architekten Marqués de Cubas aus dem Jahr 1879 zu verdanken ist; das übrige Gotteshaus wurde über dieser Krypta von Fernando Chueca Goitia gegen Ende des 20. Jahrhunderts fertiggestellt. Das Ergebnis ist eine absolut zeitgenössische Kathedrale, die auf dem urältesten Grund und Boden des historischen Madrid emporragt.

 

Plaza Mayor

 
 
 
 
   
 
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